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Ausgabe vom 20.01.2012


Erst die Ukraine – jetzt Aserbaidschan

Massentötung von Straßenhunden in Baku für den Eurovision Song Contest


Tierschützer und Journalisten in Aserbaidschan berichten seit einiger Zeit von der Massentötung von Straßenhunden in der Hauptstadt ihres Landes. Dort scheint sich momentan dasselbe grausame Szenario abzuspielen wie in der Ukraine im Vorfeld der Fußball-EM. Nur geht es in Aserbaidschan nicht um ein sportliches Großereignis, sondern um den Eurovision Song Contest. Im Mai diesen Jahres findet der Song Contest in Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans statt und während in den Teilnehmerländern fleißig nach Kandidaten gesucht wird, beginnt im Gastgeberland die „Säuberung“ der Straßen. Den Besuchern will man keine hungernden und frierenden Streuner präsentieren und wie so oft muss eine schnelle Lösung her. Über humane Wege die Population der Straßentiere zu verkleinern, wie beispielsweise Kastrationsaktionen denkt die Regierung Aserbaidschans nicht einmal nach. Stattdessen werden von der Regierung bezahlte Hundefänger in die Straßen Bakus ausgesendet, um wahllos Tiere zu ermorden. Dabei stehen die Hundefänger Aserbaidschans den Häschern ukrainischer Behörden in nichts nach. Die Hunde werden vergiftet oder angeschossen und anschließend erschlagen. Dies geschieht am helllichten Tag auf öffentlichen Plätzen. Sogar Welpen, die zuvor von Schulkindern versorgt wurden, werden vor den Augen der Kinder erschlagen.

Verantwortliche der Stadtverwaltung von Baku wollen die Öffentlichkeit glauben machen, dass nur kranke und gefährliche Hunde getötet und alle Tiere von Amtsveterinären kontrolliert werden. Die Tötung der Straßenhunde diene der Sicherheit, heißt es von offizieller Seite, während gleichzeitig ein Zusammenhang zwischen der „Säuberung“  der Straßen und dem Song Contest bestritten wird. Wie so oft verstricken sich Behörden und Regierungsvertreter in Lügen und Widersprüche, um die eigene Bereicherung am blutigen Geschäft zu vertuschen.

Vor kurzem wurde zudem bekannt, dass in der Stadt Baku die Einrichtung eines Lagers für Straßenhunde geplant ist. Der Leiter der Ordnungsbehörde Ahmed Memmedow gab zu, dass es sich dabei aber nicht um ein Tierheim handeln soll, da eine Vermittlung der Hunde „nicht erwünscht“ sei. Vielmehr sollen die Tiere als billige Pelzlieferanten dienen. Auch dieses gewissenlose Vorgehen kennt man bereits aus der Ukraine und anderen osteuropäischen Ländern.

Mit der Massentötung von Straßentieren verstößt die Regierung Aserbaidschans nicht nur gegen das eigene Gesetz, sondern missachtet auch die Europäische Konvention zum Schutz von Haustieren, die 2003 von Aserbaidschan unterzeichnet wurde. Tierschützer aus der ganzen Welt protestieren gegen den Mord an Straßentieren und auch Sie, lieber Tierfreund, können etwas tun.


-          Boykottieren Sie den Eurovision Song Contest 2012 und teilen Sie dies dem Veranstalter des Events mit!

-          Richten Sie Ihren Protest auch an die Sponsoren des Song Contests!

-          Protestieren Sie bei der Botschaft Aserbaidschans in Deutschland und beim Präsidenten des Landes gegen die grausame Tötung der Straßentiere!

-          Bitte unterzeichnen Sie auch die Online-Petition der Tierschützerin Yana Stevens auf: http://www.change.org/petitions/president-of-azerbaijan-ilham-aliyev-stop-killing-stray-animals-due-preparation-for-eurovision2012-in-baku


Bereits 10.000 Menschen haben diese Petition unterschrieben.



Kontaktdaten für Ihre Protestschreiben


Veranstalter des Eurovision Song Contest :

European Broadcasting Union (EBU)

Geneva headquarters

L’Ancienne-Route 17A

CH-1218 Grand-Saconnex

Schweiz

Tel.: + 41 (0)227172111

Fax: + 41 (0)227474000

ebu@ebu.ch


Thomas D („Unser Star für Baku“) Management:

mparago@oneartist.de

mnash@defnash.de


Brainpool –  Produktionsfirma für „Unser Star für Baku“:
minfo.bacs@brainpool.de



Sponsoren:

Batika Baku:
http://eng.baltika.ru/contact2/28/
(Bitte Kontaktformular online nutzen,
da keine Emailadressen angegeben sind.)

Acerzell:
customercare@azercell.com

musterixidmetleri@azercell.com



Botschaft Aserbaidschans in Deutschland:

Botschaft der Republik Aserbaidschan
Hubertusallee 43
14193 Berlin

Tel.: + 49 (30) 2191613
Fax: + 49 (30) 21916152
berlin@mission.mfa.gov.az



Präsident Aserbaidschans:

President of Azerbaijan, Mr Ilham Aliyev
Executive Administration of the President of the Republic of Azerbaijan
Istiglaliyyat street, 19
“The President Palace”
AZ1066 – Baku City
Azerbaijan

Fax: (0099 412) 492 35 43, 492 06 25

office@pa.gov.az




 




 

Europäischer Tier- und Naturschutz e.V., Todtenmann 8, Hof Huppenhardt, D-53804 Much, Deutschland
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Startseite > Der VDH > Hunde müssen draußen bleiben

Hunde müssen draußen bleiben

Der Duisburger Tierhändler Norbert Zajac bietet ab Mitte Januar Hundewelpen in seinem Geschäft zum Verkauf an. Der VDH wendet sich entschieden gegen den Verkauf von Hunden im Fachhandel.

In Deutschland ist der Handel mit Hundewelpen nicht verboten; die im Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe, dem das Unternehmen Zoo Zajac nicht angehört, organisierten Betriebe verzichten bereits seit 1991 mit einer Selbstbeschränkung auf die Präsentation und den Verkauf von Welpen und empfehlen ausdrücklich die vermittelnde Zusammenarbeit mit Tierheimen und Züchtern.

Professor Dr. Peter Friedrich, Präsident des VDH, macht deutlich: „Norbert Zajac, der 2010 vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft zum Unternehmer des Jahres gekürt wurde, setzt sich über die Beschränkung seiner Kollegen hinweg und zwar mit Kalkül: Auf Kosten der Jungtiere sollen Menschen ins Geschäft gelockt und deren Verweildauer erhöht werden. Zudem werden die „süßen“ und „niedlichen“ Welpen selbst zu einem schnellen Umsatzposten. Viel zu oft aber wird dann nach dem ersten Impuls entschieden. Doch schon jetzt landen viele Tiere in den Tierheimen, weil sie unüberlegt angeschafft wurden, sich dann vielleicht als lästig erweisen oder den Halter überfordern. Auch diese Zahl wird Zoo Zajac steigern.“

Hunde sind hochsoziale und sensible Tiere
In den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts gab es den Verkauf von Hundewelpen in Kaufhäusern und Geschäften mit teils verheerenden Auswirkungen für die gehandelten Hunde. Hunde sind hochsoziale und sensible Tiere, die insbesondere als Welpen ganz besonders intensive Betreuung durch den Menschen und den Kontakt zur Mutterhündin, den Geschwistern und anderen erwachsenen Artgenossen benötigen. Fehler und Mängel in der 4. bis 12. Lebenswoche, der so genannten Präge- und Sozialisierungsphase der Welpen, sind später kaum noch zu korrigieren und können zu dauerhaften Verhaltensproblemen – gerade auch im Zusammenleben mit dem Menschen – führen. In der dann folgenden Entwicklungsphase der heranwachsenden Junghunde ist es für diese von enormer Bedeutung, möglichst viele verschiedene Eindrücke sammeln und ihre Umwelt erfahren zu können. Ständig wechselnde Ausflüge, die dann üblicher Weise die neuen Besitzer mit dem Hund unternehmen, führen vom Park bis in die Fußgängerzone der Stadt wobei der Hund auch ständig neue Menschen und Artgenossen unterschiedlicher Altersgruppen begegnen soll.

Futtermittelhersteller ziehen sich zurück
Welpen und junge Hunde kennen keinen Ladenschluss. Sie benötigen eine qualifizierte 24-Stunden-Betreuung – auch am Wochenende. Der VDH wendet sich daher entschieden gegen den Verkauf von Hunden im Fachhandel. Sachkenntnis im Umgang mit Tieren kann an der Ladenkasse nicht mitgekauft werden. Eine zeitintensive Betreuung und Begleitung des Hundehalters kann durch die Fachhändler nicht sichergestellt werden.

Tierschutzorganisationen und Futtermittelhersteller wenden sich ebenfalls gegen den Verkauf von Hundewelpen im Handel. Nach Bekanntwerden der Pläne von Zoo Zajac im letzten Jahr hat z.B. das bayerische Familienunternehmen Interquell, mit seiner Marke Happy Dog einer der führenden deutschen Futtermittelhersteller, reagiert und die Geschäftsbeziehungen zum Unternehmen Zoo Zajac eingestellt.


Auch andere Verbände und Unternehmen haben ablehnende Stellungnahmen formuliert:


Deutscher Tierschutzbund: Werden Hundewelpen in Duisburger Tiermarkt verramscht?

Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V.: ZZF lehnt Hundeverkauf im Zoofachhandel ab

Royal Canin: Stellungnahme zum Verkauf von Welpen im Zoofachhandel