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Der Duisburger Tierhändler Norbert Zajac bietet ab Mitte Januar Hundewelpen in seinem Geschäft zum Verkauf an. Der VDH wendet sich entschieden gegen den Verkauf von Hunden
im Fachhandel.
In Deutschland ist der Handel mit Hundewelpen nicht verboten; die im Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe, dem das Unternehmen Zoo Zajac nicht angehört, organisierten Betriebe
verzichten bereits seit 1991 mit einer Selbstbeschränkung auf die Präsentation und den Verkauf von Welpen und empfehlen ausdrücklich die vermittelnde Zusammenarbeit mit Tierheimen
und Züchtern.
Professor Dr. Peter Friedrich, Präsident des VDH, macht deutlich: „Norbert Zajac, der 2010 vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft zum Unternehmer des Jahres gekürt wurde,
setzt sich über die Beschränkung seiner Kollegen hinweg und zwar mit Kalkül: Auf Kosten der Jungtiere sollen Menschen ins Geschäft gelockt und deren Verweildauer erhöht werden.
Zudem werden die „süßen“ und „niedlichen“ Welpen selbst zu einem schnellen Umsatzposten. Viel zu oft aber wird dann nach dem ersten Impuls entschieden. Doch schon jetzt landen
viele Tiere in den Tierheimen, weil sie unüberlegt angeschafft wurden, sich dann vielleicht als lästig erweisen oder den Halter überfordern. Auch diese Zahl wird Zoo Zajac
steigern.“
Hunde sind hochsoziale und sensible Tiere
In den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts gab es den Verkauf von Hundewelpen in Kaufhäusern und Geschäften mit teils verheerenden Auswirkungen für die gehandelten Hunde.
Hunde sind hochsoziale und sensible Tiere, die insbesondere als Welpen ganz besonders intensive Betreuung durch den Menschen und den Kontakt zur Mutterhündin, den Geschwistern und
anderen erwachsenen Artgenossen benötigen. Fehler und Mängel in der 4. bis 12. Lebenswoche, der so genannten Präge- und Sozialisierungsphase der Welpen, sind später kaum noch zu
korrigieren und können zu dauerhaften Verhaltensproblemen – gerade auch im Zusammenleben mit dem Menschen – führen. In der dann folgenden Entwicklungsphase der heranwachsenden
Junghunde ist es für diese von enormer Bedeutung, möglichst viele verschiedene Eindrücke sammeln und ihre Umwelt erfahren zu können. Ständig wechselnde Ausflüge, die dann üblicher
Weise die neuen Besitzer mit dem Hund unternehmen, führen vom Park bis in die Fußgängerzone der Stadt wobei der Hund auch ständig neue Menschen und Artgenossen unterschiedlicher
Altersgruppen begegnen soll.
Futtermittelhersteller ziehen sich zurück
Welpen und junge Hunde kennen keinen Ladenschluss. Sie benötigen eine qualifizierte 24-Stunden-Betreuung – auch am Wochenende. Der VDH wendet sich daher entschieden gegen den
Verkauf von Hunden im Fachhandel. Sachkenntnis im Umgang mit Tieren kann an der Ladenkasse nicht mitgekauft werden. Eine zeitintensive Betreuung und Begleitung des Hundehalters
kann durch die Fachhändler nicht sichergestellt werden.
Tierschutzorganisationen und Futtermittelhersteller wenden sich ebenfalls gegen den Verkauf von Hundewelpen im Handel. Nach Bekanntwerden der Pläne von Zoo Zajac im letzten Jahr
hat z.B. das bayerische Familienunternehmen Interquell, mit seiner Marke Happy Dog einer der führenden deutschen Futtermittelhersteller, reagiert und die Geschäftsbeziehungen zum
Unternehmen Zoo Zajac eingestellt.
Auch andere Verbände und Unternehmen haben ablehnende Stellungnahmen formuliert:
Deutscher Tierschutzbund: Werden Hundewelpen in Duisburger Tiermarkt verramscht?
Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V.: ZZF lehnt Hundeverkauf im Zoofachhandel ab
Royal Canin: Stellungnahme zum Verkauf von Welpen im Zoofachhandel